Tektonik (tekton ist das griechische Wort für "bauen") nennt man die Lehre vom Bau der Platten, aus denen die Erdkruste besteht. Auch der Begriff Plattentektonik wird oft verwendet.

 

Noch vor wenigen Jahrzehnten glaubte man, die Erdkruste sei eine völlig feste und unbewegliche Schale. Heute wissen wir, dass sie in sieben große und über 20 kleinere, bis zu 150 Kilometer dicke Platten zerbrochen ist. Sie tragen die Ozeanböden und die Kontinente. 

Diese Erdplatten treiben Jahr für Jahr bis zu zehn Zentimeter auf dem zähflüssigen Gestein des oberen Erdmantels dahin. Angetrieben werden sie von Fließbewegungen im glühend heißen unteren Mantel. Natürlich machen auch die Kontinente die Bewegungen der Erdplatten mit.

 

Der Erste, der dies erkannte, war der deutsche Geophysiker und Meteorologe Alfred Wegener (1880-1930). Von ihm stammt die Theorie der Kontinentalverschiebung oder Piattentektonik.

Vor etwa 300 Millionen Jahren bildeten alle Landmassen zusammen einen einzigen Riesenkontinent. Wegener taufte ihn Pangäa, das ist Griechisch und bedeutet "alles Land". Pflanzen und Tiere konnten sich damals über alle Teile der Weit verbreiten. Steine und Fossilien belegen dies.

Später, vor etwa 200 Millionen Jahren, zerriss Pangäa in zwei Teile: Im Norden entstand Laurasia und im Süden Gondwana. Aber auch diese beiden Superkontinente brachen wieder auseinander. Die Bruchstücke trieben langsam auf dem Ozean dahin, bis sie nach und nach in ihre heutige Lage drifteten. Es sind die uns heute bekannten Kontinente. Auch die Landschaften unter den Ozeanen werden durch die Plattenbewegung in der Erdkruste gestaltet.                                          

Die Bewegung der Erdplatten auf ihrem flüssigen Untergrund hält noch immer an. Die Verschiebung der Kontinente ist also noch lange nicht beendet. Ein Globus der Zukunft sähe für uns ebenso fremd aus wie einer aus der Vergangenheit.

Die Drift der Erdplatten verändert aber nicht nur unsere Landkarte. Dort, wo die riesigen Bruchstücke zusammenstoßen, voneinander wegdriften oder aneinander reiben, liegen die geologischen Unruhezonen der Erde. Hier finden häufig Erdbeben statt oder es brechen Vulkane aus.


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