English: Unconditional Basic Income / Español: Renta Básica Universal / Português: Renda Básica Incondicional / Français: Revenu de Base Inconditionnel / Italiano: Reddito di Base Incondizionato

Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein sozialpolitisches Konzept, das die regelmäßige Auszahlung eines festen Geldbetrags an alle Bürgerinnen und Bürger eines Staates ohne Bedürftigkeitsprüfung oder Gegenleistung vorsieht. Es zielt darauf ab, existenzielle Sicherheit zu gewährleisten und soziale Ungleichheiten zu verringern. Die Diskussion über seine Umsetzung berührt wirtschaftliche, ethische und politische Fragestellungen.

Allgemeine Beschreibung

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) stellt eine radikale Abkehr von traditionellen Sozialsystemen dar, die häufig an Bedingungen wie Arbeitsbereitschaft, Bedürftigkeit oder Beitragszahlungen geknüpft sind. Im Gegensatz zu bedarfsorientierten Leistungen wie Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe wird das BGE unabhängig von Einkommen, Vermögen oder Lebenssituation ausgezahlt. Es soll allen Bürgerinnen und Bürgern eine finanzielle Grundsicherung bieten, die ausreicht, um grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung, Wohnen und Gesundheitsversorgung zu decken.

Die Höhe des Grundeinkommens ist ein zentraler Diskussionspunkt. Während einige Modelle eine existenzsichernde Summe fordern, die deutlich über der Armutsgrenze liegt, schlagen andere eine moderate Ausgestaltung vor, die durch Steuermittel oder Umverteilung finanziert wird. Die Finanzierung stellt eine der größten Herausforderungen dar, da sie entweder durch höhere Besteuerung, Kürzungen anderer Sozialleistungen oder eine Kombination beider Maßnahmen erfolgen müsste.

Befürworter des BGE argumentieren, dass es Bürokratie abbaut, Armut wirksam bekämpft und individuelle Freiheit stärkt, indem es Menschen ermöglicht, sich weiterzubilden, ehrenamtlich tätig zu sein oder prekäre Arbeitsverhältnisse abzulehnen. Kritiker hingegen warnen vor möglichen negativen Effekten wie Inflation, Arbeitskräftemangel in systemrelevanten Berufen oder einer Überlastung der Staatsfinanzen. Zudem wird diskutiert, ob ein BGE tatsächlich zu mehr sozialer Gerechtigkeit führt oder bestehende Ungleichheiten sogar verfestigt.

Die Idee des Grundeinkommens ist nicht neu, sondern wurde bereits im 16. Jahrhundert von Denkern wie Thomas Morus in seinem Werk "Utopia" angedacht. Im 20. Jahrhundert griffen Ökonomen wie Milton Friedman das Konzept in Form einer negativen Einkommensteuer auf, die ähnliche Ziele verfolgte. Seit den 2010er-Jahren erlebt die Debatte jedoch eine Renaissance, angetrieben durch die Digitalisierung, die Automatisierung von Arbeitsplätzen und die zunehmende Prekarisierung von Beschäftigungsverhältnissen.

Technische und wirtschaftliche Aspekte

Die Umsetzung eines Bedingungslosen Grundeinkommens erfordert eine umfassende Neuordnung der Steuer- und Sozialsysteme. Eine gängige Finanzierungsmethode ist die Umverteilung durch progressive Besteuerung, bei der höhere Einkommen stärker belastet werden. Alternativ könnten Konsumsteuern, Vermögensabgaben oder eine Digitalsteuer auf Gewinne großer Tech-Konzerne herangezogen werden. Einige Modelle sehen auch die Abschaffung oder Kürzung bestehender Sozialleistungen vor, um Doppelzahlungen zu vermeiden.

Ein zentrales technisches Problem ist die Inflationsgefahr. Wenn alle Bürgerinnen und Bürger zusätzliches Geld erhalten, könnte dies zu einer erhöhten Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen führen, was wiederum die Preise in die Höhe treibt. Besonders betroffen wären lebensnotwendige Bereiche wie Wohnraum oder Grundnahrungsmittel. Um dies zu verhindern, müssten begleitende Maßnahmen wie Mietpreisbremse oder staatliche Preisregulierung ergriffen werden.

Ein weiterer Aspekt ist die makroökonomische Wirkung des BGE. Studien wie das Pilotprojekt in Finnland (2017–2018) oder die Langzeituntersuchung in Namibia (2008–2009) deuten darauf hin, dass ein Grundeinkommen die psychische Gesundheit verbessern und die Arbeitsmotivation in bestimmten Gruppen erhöhen kann. Allerdings zeigten diese Experimente auch, dass die Effekte stark von der Höhe des Betrags und den lokalen Rahmenbedingungen abhängen. Eine pauschale Übertragbarkeit der Ergebnisse ist daher nicht möglich.

Die Verwaltung eines BGE wäre technisch anspruchsvoll, da es eine flächendeckende Infrastruktur für Auszahlungen erfordert. In Ländern mit gut ausgebauten digitalen Systemen, wie Estland, könnte dies effizient umgesetzt werden. In Staaten mit schwacher Verwaltungsstruktur oder hoher Schattenwirtschaft bestünde jedoch die Gefahr von Missbrauch oder ungleicher Verteilung.

Ethische und gesellschaftliche Implikationen

Das Bedingungslose Grundeinkommen wirft grundlegende ethische Fragen auf, insbesondere zur Gerechtigkeit und zur Rolle des Staates. Ein zentrales Argument der Befürworter ist die Anerkennung von Care-Arbeit, ehrenamtlichem Engagement und künstlerischer Tätigkeit, die in herkömmlichen Sozialsystemen oft unberücksichtigt bleiben. Das BGE würde diese Tätigkeiten finanziell aufwerten und die Abhängigkeit von Erwerbsarbeit verringern.

Kritiker hingegen sehen im BGE eine Abkehr vom Leistungsprinzip, das in vielen Gesellschaften als zentraler Wert gilt. Sie argumentieren, dass ein bedingungsloses Einkommen Anreize zur Arbeitsaufnahme verringern und zu einer "Trittbrettfahrer-Mentalität" führen könnte. Zudem wird befürchtet, dass bestimmte Berufsgruppen, insbesondere im Niedriglohnsektor, ihre Arbeitskraft zurückhalten könnten, was zu Engpässen in systemrelevanten Bereichen wie Pflege oder Landwirtschaft führen würde.

Ein weiterer ethischer Diskussionspunkt ist die Frage der Migration. Würde ein BGE nur an Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ausgezahlt, könnte dies zu sozialen Spannungen führen, insbesondere in Ländern mit hoher Zuwanderung. Eine Ausweitung auf alle Einwohnerinnen und Einwohner würde hingegen die Finanzierbarkeit weiter erschweren. Einige Modelle schlagen daher vor, das BGE an eine Mindestaufenthaltsdauer zu knüpfen, was jedoch neue bürokratische Hürden schaffen würde.

Die psychologischen Auswirkungen eines BGE sind ebenfalls umstritten. Während einige Studien zeigen, dass finanzielle Sicherheit Stress reduziert und die Lebenszufriedenheit erhöht, warnen andere vor möglichen negativen Effekten wie sozialer Isolation oder einem Verlust von Sinnstiftung durch Arbeit. Die langfristigen Folgen für das individuelle Verhalten und die gesellschaftliche Dynamik sind daher schwer vorhersehbar.

Normen und Standards

Es gibt keine verbindlichen internationalen Normen für die Ausgestaltung eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Allerdings haben sich in der wissenschaftlichen Diskussion einige Kriterien etabliert, die ein BGE erfüllen sollte. Dazu gehören nach dem Basic Income Earth Network (BIEN) die folgenden vier Merkmale: Es muss universell (für alle Bürgerinnen und Bürger), individuell (nicht an Haushalte gebunden), regelmäßig (in festen Abständen) und bedingungslos (ohne Gegenleistung) ausgezahlt werden. Diese Definition dient als Grundlage für die Abgrenzung zu ähnlichen Konzepten wie bedarfsgeprüften Sozialleistungen oder negativen Einkommensteuern.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Das Bedingungslose Grundeinkommen wird häufig mit anderen sozialpolitischen Instrumenten verwechselt, die jedoch grundlegende Unterschiede aufweisen. Die negative Einkommensteuer, wie sie von Milton Friedman vorgeschlagen wurde, sieht vor, dass Bürgerinnen und Bürger mit niedrigem Einkommen eine staatliche Zahlung erhalten, die mit steigendem Einkommen abnimmt. Im Gegensatz zum BGE ist diese Leistung jedoch an eine Bedürftigkeitsprüfung geknüpft und wird nicht universell ausgezahlt.

Ein weiteres verwandtes Konzept ist das Bürgergeld, das in Deutschland 2023 eingeführt wurde. Dieses ersetzt die bisherige Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV) und sieht eine bedarfsorientierte Leistung vor, die an Bedingungen wie Arbeitsbereitschaft oder Weiterbildungsmaßnahmen geknüpft ist. Im Gegensatz zum BGE ist das Bürgergeld somit nicht bedingungslos und richtet sich nur an bestimmte Bevölkerungsgruppen.

Auch das Konzept der Sozialdividende, wie es in Alaska praktiziert wird, weist Parallelen zum BGE auf. Dort erhalten alle Einwohnerinnen und Einwohner eine jährliche Zahlung aus den Erträgen eines staatlichen Fonds, der aus Öl-Einnahmen gespeist wird. Allerdings ist diese Zahlung nicht existenzsichernd und variiert je nach Wirtschaftslage, was sie von einem echten Grundeinkommen unterscheidet.

Anwendungsbereiche

  • Sozialpolitik: Das BGE könnte als Instrument zur Armutsbekämpfung dienen, indem es allen Bürgerinnen und Bürgern ein finanzielles Minimum garantiert. Besonders in Ländern mit hoher Einkommensungleichheit oder schwachen Sozialsystemen könnte es die Lebensbedingungen verbessern.
  • Arbeitsmarkt: Durch die Entkopplung von Arbeit und Einkommen könnte das BGE prekäre Beschäftigungsverhältnisse reduzieren und die Verhandlungsmacht von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stärken. Gleichzeitig könnte es die Automatisierung von Arbeitsplätzen beschleunigen, da Unternehmen weniger auf menschliche Arbeitskraft angewiesen wären.
  • Bildung und Weiterbildung: Ein Grundeinkommen könnte Menschen ermöglichen, sich weiterzubilden oder umzuschulen, ohne existenzielle Sorgen. Dies wäre besonders in Zeiten des technologischen Wandels relevant, in denen lebenslanges Lernen an Bedeutung gewinnt.
  • Gesundheitswesen: Finanzielle Sicherheit könnte stressbedingte Erkrankungen reduzieren und den Zugang zu medizinischer Versorgung verbessern. Studien deuten darauf hin, dass ein BGE positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben könnte.
  • Kreativwirtschaft und Kultur: Künstlerinnen und Künstler, die oft in prekären Verhältnissen arbeiten, könnten vom BGE profitieren, da es ihnen ermöglichen würde, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, ohne auf zusätzliche Einkommensquellen angewiesen zu sein.

Bekannte Beispiele und Pilotprojekte

  • Finnland (2017–2018): Das finnische Pilotprojekt war eines der ersten staatlich organisierten Experimente mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen. Über 2.000 zufällig ausgewählte Arbeitslose erhielten monatlich 560 Euro, ohne dass dies an Bedingungen geknüpft war. Die Ergebnisse zeigten eine Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens, jedoch keine signifikante Veränderung der Beschäftigungsquote. Das Projekt wurde nach zwei Jahren eingestellt, da die Regierung keine Verlängerung finanzierte.
  • Namibia (2008–2009): In der Gemeinde Otjivero-Omitara wurde ein Grundeinkommen von monatlich 100 Namibia-Dollar (etwa 7 Euro) an alle Einwohnerinnen und Einwohner ausgezahlt. Die Studie zeigte positive Effekte wie eine Verringerung der Unterernährung bei Kindern, eine Zunahme der Schulbesuchsquote und eine Steigerung der wirtschaftlichen Aktivität. Allerdings war der Betrag zu niedrig, um existenzsichernd zu wirken, und das Projekt wurde nach zwei Jahren beendet.
  • Kanada (Ontario, 2017–2019): In der Provinz Ontario wurde ein Pilotprojekt mit 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt, das jedoch nach einem Regierungswechsel vorzeitig abgebrochen wurde. Die vorläufigen Ergebnisse deuteten auf eine Verbesserung der Gesundheit und eine Reduzierung von Krankenhausaufenthalten hin, lieferten jedoch keine eindeutigen Erkenntnisse zur Arbeitsmarktbeteiligung.
  • Kenya (seit 2016): Die Nichtregierungsorganisation GiveDirectly führt in ländlichen Regionen Kenias ein Langzeitexperiment durch, bei dem über 20.000 Menschen ein Grundeinkommen von monatlich 22 US-Dollar erhalten. Die Studie soll über 12 Jahre laufen und untersucht die langfristigen Auswirkungen auf Bildung, Gesundheit und wirtschaftliche Entwicklung. Erste Ergebnisse zeigen eine Zunahme von Investitionen in Landwirtschaft und Kleinunternehmen.
  • Deutschland (2021–2024): In mehreren deutschen Städten, darunter Berlin und München, wurden oder werden kleinere Pilotprojekte durchgeführt, die jedoch nicht als vollwertiges BGE gelten, da sie an bestimmte Bedingungen geknüpft sind oder nur ausgewählte Gruppen umfassen. Ein bundesweites Experiment steht noch aus.

Risiken und Herausforderungen

  • Finanzierbarkeit: Die größte Hürde für die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens ist die Finanzierung. Selbst moderate Modelle würden jährliche Kosten in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro verursachen, was entweder zu massiven Steuererhöhungen oder zu Kürzungen in anderen Bereichen führen würde. Eine Umverteilung bestehender Sozialleistungen könnte zudem zu Widerstand in der Bevölkerung führen.
  • Inflationsgefahr: Wenn alle Bürgerinnen und Bürger zusätzliches Geld erhalten, könnte dies zu einer erhöhten Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen führen, was die Preise in die Höhe treibt. Besonders betroffen wären lebensnotwendige Bereiche wie Wohnraum oder Grundnahrungsmittel, was die beabsichtigte armutsreduzierende Wirkung des BGE konterkarieren könnte.
  • Arbeitsmarkteffekte: Ein häufiger Kritikpunkt ist die Befürchtung, dass ein BGE die Arbeitsmotivation verringern und zu einem Mangel an Arbeitskräften in systemrelevanten Berufen führen könnte. Studien zu Pilotprojekten zeigen jedoch, dass dieser Effekt nicht pauschal eintritt, sondern von der Höhe des Grundeinkommens und den lokalen Arbeitsmarktbedingungen abhängt.
  • Politische Umsetzbarkeit: Die Einführung eines BGE würde tiefgreifende Veränderungen des Sozial- und Steuersystems erfordern, was auf erheblichen politischen Widerstand stoßen könnte. Besonders in Ländern mit starken konservativen oder neoliberalen Kräften ist die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung gering.
  • Soziale Spannungen: Ein BGE könnte zu Konflikten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen führen, insbesondere wenn es als ungerecht wahrgenommen wird. Beispielsweise könnten Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die Finanzierung eines Grundeinkommens ablehnen, wenn sie das Gefühl haben, dass andere davon profitieren, ohne selbst einen Beitrag zu leisten.
  • Verwaltung und Missbrauch: Die flächendeckende Auszahlung eines BGE erfordert eine effiziente Verwaltungsstruktur, die in vielen Ländern nicht vorhanden ist. Zudem bestünde die Gefahr von Missbrauch, etwa durch Identitätsdiebstahl oder Doppelzahlungen, was zusätzliche Kontrollmechanismen erforderlich machen würde.

Ähnliche Begriffe

  • Sozialdividende: Eine regelmäßige Zahlung an alle Bürgerinnen und Bürger, die aus den Erträgen eines staatlichen Fonds finanziert wird. Im Gegensatz zum BGE ist die Sozialdividende jedoch nicht existenzsichernd und variiert je nach Wirtschaftslage. Ein bekanntes Beispiel ist das Alaska Permanent Fund Dividend.
  • Negative Einkommensteuer: Ein steuerpolitisches Instrument, bei dem Bürgerinnen und Bürger mit niedrigem Einkommen eine staatliche Zahlung erhalten, die mit steigendem Einkommen abnimmt. Im Gegensatz zum BGE ist diese Leistung jedoch an eine Bedürftigkeitsprüfung geknüpft und wird nicht universell ausgezahlt.
  • Bürgergeld: Eine bedarfsorientierte Sozialleistung, die an Bedingungen wie Arbeitsbereitschaft oder Weiterbildungsmaßnahmen geknüpft ist. In Deutschland wurde das Bürgergeld 2023 eingeführt und ersetzt die bisherige Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV). Im Gegensatz zum BGE ist es nicht bedingungslos.
  • Grundsicherung: Ein Sammelbegriff für Sozialleistungen, die bedürftigen Personen ein Existenzminimum garantieren. Im Gegensatz zum BGE ist die Grundsicherung jedoch an eine Bedürftigkeitsprüfung geknüpft und richtet sich nur an bestimmte Bevölkerungsgruppen.
  • Arbeitslosengeld: Eine zeitlich befristete Leistung für Arbeitssuchende, die an Bedingungen wie Arbeitsbereitschaft oder vorherige Beitragszahlungen geknüpft ist. Im Gegensatz zum BGE ist das Arbeitslosengeld nicht bedingungslos und wird nur für einen begrenzten Zeitraum ausgezahlt.

Zusammenfassung

Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein sozialpolitisches Konzept, das durch die bedingungslose Auszahlung eines festen Geldbetrags an alle Bürgerinnen und Bürger existenzielle Sicherheit schaffen und soziale Ungleichheiten verringern soll. Es unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Sozialleistungen, da es keine Bedürftigkeitsprüfung oder Gegenleistung vorsieht. Die Diskussion über das BGE berührt wirtschaftliche, ethische und politische Aspekte, wobei die Finanzierbarkeit, die Inflationsgefahr und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zentrale Herausforderungen darstellen.

Pilotprojekte in verschiedenen Ländern haben gezeigt, dass ein Grundeinkommen positive Effekte auf die psychische Gesundheit und die wirtschaftliche Aktivität haben kann, jedoch keine pauschalen Rückschlüsse auf die Arbeitsmarktbeteiligung zulässt. Die Umsetzung eines flächendeckenden BGE würde tiefgreifende Veränderungen des Sozial- und Steuersystems erfordern und ist daher politisch umstritten. Trotz der kontroversen Debatte bleibt das BGE ein zentrales Thema in der Diskussion über die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme, insbesondere vor dem Hintergrund von Digitalisierung und Automatisierung.

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